RAB Anker

Was ist ein RAB-Anker?

RAB steht für „Reparaturanker für Hohlkörperdecken“. Dieses speziell entwickelte Ankersystem wurde konzipiert, um konstruktive Probleme in Hohlkörperdecken sicher und dauerhaft zu beheben. Die Entwicklung des RAB-Ankers wurde nach dem Einsturz des Parkhauses am Flughafen Eindhoven während der Bauphase vorangetrieben. Untersuchungen ergaben, dass ein Konstruktionsfehler bei der Verwendung von Hohlkörperdecken die Ursache für den Vorfall war.

Da in den Niederlanden in großem Umfang Reparaturanker für Hohlkörperdecken zum Einsatz kommen, mussten viele Gebäude gemäß strengeren Sicherheitsnormen statisch neu berechnet werden. Wenn die Belastung einer Decke einen kritischen Grenzwert überschreitet, sind sofortige Sicherheitsmaßnahmen erforderlich, bis die Deckenkonstruktion endgültig verstärkt ist.

Was ist eine Hohlkörperdecke?

Ein Hohlkörperdecke ist eine häufig verwendete vorgefertigte Bodensystemlösung im Wohnungsbau, im Gewerbebau und in Parkhäusern. Der Boden besteht aus vorgefertigten Betonelementen, in die die Unter- und Hauptbewehrung bereits werkseitig eingebaut wurden.

Aus diesen Elementen ragen sogenannte Gitterträger nach oben. Diese halten hohle Kunststoffkörper an Ort und Stelle, die als gewichtsreduzierende Elemente dienen. Je dicker die Decke, desto größer der Durchmesser dieser Kugeln.

Vorteile von Hohlkörperdecken

Hohlkörperdecken bieten vielfältige Vorteile:

  • Große Spannweiten möglich
  • Weniger unterstützende Säulen erforderlich
  • Schnelle Bauzeit
  • Eigengewicht der Konstruktion lagern
  • Geeignet für Wohnungs- und Nichtwohnungsbau

Die Bodenelemente werden untereinander mit speziellen Verbindungsstäben gekoppelt. Diese Stäbe sorgen dafür, dass Zugkräfte in Querrichtung sicher zwischen den verschiedenen Fertigteilen übertragen werden.

Nachdem Installationen wie Leitungen, Elektrik und Klimatisierung angebracht worden sind, wird eine Betonschicht über den Boden gegossen. Bis diese Betonschicht vollständig ausgehärtet ist, muss der Boden vollständig abgestützt bleiben.

Was ging bei Hohlkörperdecken schief?

Übergang zu selbstverdichtendem Beton


Während des Produktionsprozesses wurden Fertigdecken unter Verwendung von selbstverdichtendem Beton angepasst. Dadurch musste der Beton nicht mehr mit Rüttelstäben verdichtet werden, was den Produktionsprozess schneller und effizienter machte.

Außerdem wurde beschlossen, an den Rändern der Decken auf die äußerste vertikale Bewehrung zu verzichten. Diese Bewehrung verursachte nämlich regelmäßig Probleme beim Transport und beim Einheben der Fertigteile.


Entstehung des konstruktiven Problems


Diese Änderungen verursachten in der Praxis eine gefährliche Situation:

  1. Die Koppelstangen kamen auf einer sehr glatten Schicht aus selbstverdichtendem Beton zu liegen.
  2. Mangels der äußeren Gitterträger gab es eine unzureichende Verbindung zwischen der Fertigteildecke und der später gegossenen Aufbetonschicht.

Dadurch entstand eine unzureichende Verbundwirkung zwischen den beiden Betonschichten. Die Verbindungsstäbe konnten die Zugkräfte nicht mehr ordnungsgemäß übertragen, wodurch sich die aufgebrachte Betonschicht unter Belastung von der vorgefertigten Unterschicht lösen konnte.

Dieses Phänomen wird auch als Delaminierung oder „Abblättern“ der Druckschicht bezeichnet.

Achtung: Insbesondere Gebäude, die realisiert wurden zwischen ungefähr 1995 und 2017 können Risiko laufen auf konstruktive Probleme bei Hohlkörperdecken.

Die Lösung: Das RAB-Ankersystem

Mithilfe des RAB-Verankerungssystems lässt sich die tragende Funktion des Fußbodens wiederherstellen, ohne dass die Fußbodenkonstruktion vollständig ausgetauscht werden muss.

Inspektion und Scannen

Bevor mit der Reparatur begonnen wird, wird mit einem Betonscanner die genaue Position von:

  • bestehende Bewehrung
  • Koppelstäbe
  • Kunststoff Körper

präzise erfasst.

Dadurch können die Anker äußerst präzise platziert werden, ohne die bestehende Konstruktion zu beschädigen.

Wie funktioniert ein RAB-Anker?

Das RAB-Anker wird links und rechts von kritischen Bodennähten platziert, direkt neben den vorhandenen Kopplungsstäben. Dadurch wird die überschüttete lasttragende Schicht wieder konstruktiv mit dem Fertigteilboden verbunden.

Die benötigte Menge an Ankern und die Abmessungen hängen ab von:

  • Bodendicke
  • Steuer
  • konstruktive Anforderungen
  • Überspannung des Bodens

Vorteile von RAB-Ankern

Sichere Instandsetzung bestehender Bauwerke

RAB-anker ermöglichen es, bestehende Hohlkörperdecken sicher zu verstärken, ohne umfangreiche Abbrucharbeiten.

Minimale Überlastung

Da die Reparatur größtenteils von unten erfolgt, bleiben Gebäude während der Arbeiten oft teilweise in Betrieb.

Konstruktiv nachweisbare Verstärkung

Durch das Vorabspannen und Testen jeder einzelnen Anker entsteht eine direkt kontrollierbare Qualitätskontrolle.

Nachhaltige Lösung

Das System sorgt für eine langlebige konstruktive Verbindung zwischen Fertigfußboden und Überzug.

Anwendungen von RAB-Ankern

RAB-Anker werden unter anderem eingesetzt in:

Parkhäuser
Wohnanlagen
Bürogebäude
Krankenhäuser
Schulen
Nutzbau
Distributionszentren

Warum konstruktive Kontrolle wesentlich ist

Nach den landesweiten Untersuchungen zu Hohlkörperdecke ist deutlich geworden, dass die konstruktive Sicherheit niemals unterschätzt werden darf. Regelmäßige Inspektionen und rechtzeitige Verstärkungsmaßnahmen sind unerlässlich, um Risiken für Nutzer und Gebäude zu vermeiden.

Das RAB-Verankerungssystem bietet hierfür eine zuverlässige und technisch fundierte Lösung zur Sanierung und Verstärkung von Hohlkörperdecke.

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